Windenergie ORF.at/Michael Baldauf
10 Jahre Klimaschutzpreis

Die Besten Projekte sind nominiert

ORF.at/Michael Baldauf
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Die nominierten Projekte für den Österreichischen Klimaschutzpreis 2017, der vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) und dem Österreichischen Rundfunk (ORF) vergeben wird, stehen fest. Eine Fachjury hat mit Unterstützung von ExpertInnen der Klimaschutzinitiative klimaaktiv aus den 173 eingereichten Projekten die besten gewählt und für jede Einreichkategorie vier Projekte nominiert. Diese stellen sich ab 6. Oktober der Publikumswertung. In der Kategorie „Unternehmen Energiewende“ (Großunternehmen) wurde der Gewinner bereits festgelegt.
Prominente PatInnen des Österreichischen Klimaschutzpreises sind dieses Jahr u. a. Schauspielerin Gerti Drassl (ORF-Serienhit „Vorstadtweiber“), der Vorsitzende des Vorstands der Siemens AG Österreich Wolfgang Hesoun, ORF-Moderatorin Claudia Reiterer und Bloggerin Madeleine Alizadeh (dariadaria).
Die Jury

Fachjury nominiert - österreichische Bevölkerung wählt

Expertinnen und Experten der Klimaschutzinitiative klimaaktiv des BMLFUW begutachten alle eingereichten Projekte und treffen eine Vorauswahl. Eine Fachjury nominiert dann vier Projekte je Kategorie. Ausschlaggebend für die Jurybewertung sind die klimarelevanten Auswirkungen – insbesondere Treibhausgasreduktion, Energieeffizienz und der Einsatz erneuerbarer Energieträger, Vorbildwirkung und Übertragbarkeit auf andere Projekte sowie der innovative Ansatz.
Das ORF-Servicemagazin „konkret“ stellt die Nominierten zwischen 2. Oktober und 27. Oktober vor. Der Sieger der Kategorie „Unternehmen Energiewende“ wird im ORF-Wirtschaftsmagazin Eco präsentiert.
Welche Projekte letztlich ausgezeichnet werden, entscheidet erneut die österreichische Bevölkerung. Von 6. Oktober bis 6. November hat das Publikum wieder die Möglichkeit per Telefon, Internet und Facebook mitzuentscheiden, welche Projekte den Klimaschutzpreis bekommen. Rund 40.000 Menschen geben jährlich ihre Stimme für ihr Lieblingsprojekt ab. In der Kategorie „Unternehmen Energiewende“ wird der Gewinner ausschließlich von der Jury bestimmt.
Die bisweilen erfolgreichsten Bundesländer sind die Steiermark mit zehn Auszeichnungen, gefolgt von Niederösterreich mit acht und Wien und Oberösterreich mit jeweils sieben Preisträgern. Für die Nominierten zum Österreichischen Klimaschutzpreis 2017 steigt die Spannung bis zum 13. November. An diesem Tag werden bei einer Abendveranstaltung in der Siemens City Vienna die Preisträger bekanntgegeben. Der ORF präsentiert die Höhepunkte der Preisverleihung in einem „konkret spezial“ im November. Die Sieger in der Kategorie „Unternehmen Energiewende“ werden im ORF-Wirtschaftsmagazin Eco vorgestellt.
Klimaschutzpreis 2016 ORF/Thomas Jantzen
Best of

Die Siegerprojekte des Klimaschutzpreises 2016

ORF/Thomas Jantzen

Kategorie „Landwirtschaft“: Labonca Biohof im steirischen Burgau

Klimaschutzpreis Gewinner ORF
Am Labonca-Biohof der Familie Hackl im steirischen Burgau leben 500 Schweine sowie Hühner und Ennstaler Bergscheckenrinder, eine vom Aussterben bedrohte alte Rasse. Sie werden im Freiland gehalten, mit Bio-Getreide und Erbsen gefüttert und dürfen ihre Grundbedürfnisse ausleben. Die Schlachtung der Tiere erfolgt - möglichst angstfrei - in einem eigenen Weideschlachthaus. Der Strom für den Betrieb kommt von einer großen Photovoltaikanlage, wenn nötig wird Ökostrom zugekauft. Das Bio-Fleisch wird teilweise vor Ort weiterverarbeitet und direkt vertrieben oder an Gastronomie- und Hotelleriebetriebe geliefert. Großer Wert wird darauf gelegt, wirklich alle Teile des Tieres – von der Schnauze bis zum Schwanz - zu verwerten. Auch beim Online-Versand wurden neue Maßstäbe gesetzt: Mehrweg-Isolierboxen mit wasserbefüllten Kühl-Akkus werden von der Post CO2-neutral zugestellt und wieder auf den Hof zurücktransportiert.

Kategorie „Landwirtschaft“

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Kategorie „Betriebe“: VBV-Vorsorgekasse AG aus Wien

Klimaschutzpreis Gewinner ORF
Betriebliche Vorsorgekassen legen Beiträge von ArbeitnehmerInnen, Selbständigen und FreiberuflerInnen an. Die VBV-Vorsorgekasse hat sich intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels auf ihren Geschäftszweig beschäftigt und erkannt, dass es notwendig ist, aus den Geschäften mit fossilen Brennstoffen auszusteigen, also zur sog. Dekarbonisierung beizutragen. Die VBV lässt jährlich den CO2-Fußabdruck aller Veranlagungen messen. Nach einer Analyse der Ergebnisse wurde als erstes beschlossen, nicht mehr in Unternehmen zu investieren, deren Einnahmen zu mehr als 5 % aus dem Kohleabbau stammen. In einem zweiten Schritt sollen andere CO2-intensive Branchen genauer analysiert werden. Auch im eigenen Wirkungsbereich setzt die VBV auf Klimaschutz: Energieeffiziente IT, bezahltes Jobticket für öffentliche Verkehrsmittel und interne Informationskampagnen zu Umweltthemen sind nur einige Beispiele dafür.

Kategorie „Betriebe“

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Kategorie „Tägliches Leben“: oekostrom AG aus Wien mit dem Mini-Kraftwerk „simon“

Klimaschutzpreis Gewinner ORF
Private Photovoltaikanlagen werden derzeit meist auf Dächer von Einfamilienhäusern errichtet. Mit „simon“ können erstmals auch BewohnerInnen von Mehrfamilienhäusern, die keine eigene Dachfläche haben oder öfters den Wohnort wechseln, ihren eigenen Strom erzeugen. Das 140 cm hohe und 70 cm breite Photovoltaikpaneel wird in Österreich hergestellt. Die Inbetriebnahme ist einfach: Informationen über die sachgerechte Verwendung lesen, Anlage auf Balkon oder Terrasse aufstellen und über die Steckdose direkt mit dem Hausnetz verbinden. Wer umzieht, nimmt das Paneel einfach mit. Das Mini-Kraftwerk liefert genug Strom, um täglich ein Mittagessen für zwei Personen zu kochen, eine Ladung Wäsche zu waschen oder 35 Tassen Kaffee zuzubereiten. Eigenen Strom herzustellen senkt nicht nur die Stromrechnung, sondern treibt auch die Energiewende voran und führt zu mehr Selbstbestimmung in der Energieversorgung.

Kategorie „Tägliches Leben“

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Kategorie „Gemeinden & Regionen“: Der Lösshof im niederösterreichischen Großriedenthal

Klimaschutzpreis Gewinner ORF
Leerstehende, verfallene Häuser im Ortszentrum, neue Siedlungen am Ortsrand mit großem Flächenverbrauch und dadurch hervorgerufenem Individualverkehr gibt es in vielen Orten. In Großriedenthal in NÖ zeigt der Energieberater Christoph Mehofer mit der Revitalisierung des Lösshofs, dass es auch anders geht. Die große Wirtschaftseinheit wurde unter Beachtung hoher ökologischer Standards renoviert und ausgebaut. Mit mehreren flexibel nutzbaren Wohneinheiten, einem Gästehaus und einem Wirtshaus bietet der Lösshof heute Wohnraum und Arbeitsplätze im Ortszentrum. Ein eigenes Nahwärmenetz versorgt auch einige umliegende Gebäude mit Wärme aus Hackschnitzeln, drei Photovoltaikanlagen liefern Strom. Zu dem ökologischen Gesamtkonzept gehört natürlich auch Mobilität. Neben den Füßen und dem Fahrrad setzen die BewohnerInnen vor allem auf Elektromobilität: E-Bikes mit Anhängern, ein Elektro-Klein-Lkw und ein Elektroauto.

Kategorie „Gemeinden & Regionen“

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Kategorie „Unternehmen Energiewende“: hali gmbh aus Eferding in Oberösterreich

Klimaschutzpreis Gewinner ORF
„Wir tun´s für den Planeten“ ist die Motivation der Eigentümer von hali aus Eferding in OÖ. Der Büromöbelproduzent ist Mitglied im klimaaktiv pakt2020 und hat sich zum Ziel gesetzt, das nachhaltigste und klimafreundlichste Unternehmen in einer Branche mit hohem Wettbewerbsdruck zu werden. Eine Vielzahl von Maßnahmen hat die Ressourceneffizienz und den Anteil erneuerbarer Energieträger gesteigert. Minus 47 Prozent CO2-Emissionen seit 2005 ist das stolze Ergebnis der Anstrengungen, errechnete das Umweltbundesamt. Das für die Produktion eingesetzte Holz stammt aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft, die Büromöbel tragen das österreichische Umweltzeichen. Laufende Bewusstseinsbildungsmaßnahmen sorgen dafür, dass die MitarbeiterInnen das Gesamtkonzept „hali blue office“ mittragen. Auch bei der Wahl der Lieferanten und Spediteure arbeitet hali laufend an der Verbesserung des CO2-Fußabdrucks. Immer mehr KundInnen sind bereit, den Weg Richtung Klimaschutz und Nachhaltigkeit mit hali zu gehen. So kann die Energiewende gelingen.

Kategorie „Unternehmen Energiewende“

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Über den Klimaschutzpreis

Begleitworte

Klimaschutzpreis 2017: Rupprechter-Wrabetz ORF
Bundesminister Andrä Rupprechter und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz
„Mit dem Österreichischen Klimaschutzpreis holen wir Vorzeigeprojekte vor den Vorhang, um damit viele Einzelpersonen, Vereine, Gemeinden und Betriebe zur Nachahmung eigener Projekte anzuregen. Fast 2.800 Einreichungen in den letzten neun Jahren zeigen, wie groß Einfallsreichtum und Engagement in Österreich sind. Gerade wegen Trumps Ausstieg aus dem Pariser Klimavertrag müssen wir die Wichtigkeit dieses Themas unterstreichen und uns tatkräftig engagieren. Nur so schaffen wir es, die Energiewende voranzutreiben und die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 Prozent zu senken“, betont Bundesminister Andrä Rupprechter.
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: „Der Österreichische Klimaschutzpreis feiert 10-jähriges Jubiläum. 2008 hat ihn der ORF gemeinsam mit dem Umweltministerium ins Leben gerufen – heute ist er die wichtigste Auszeichnung für herausragendes Engagement im Bereich Umwelt- und Klimaschutz. Einen großen Beitrag dazu lieferte mit insgesamt 465 Beiträgen das ORF-Servicemagazin ‚konkret‘. Alleine auf diesem Weg konnten im Durchschnitt jährlich 3,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher erreicht werden. Das spiegelt das große Interesse der Bevölkerung wider und unterstreicht gleichzeitig die hohe Relevanz des Themas für den ORF.“
Unterstützt wird der Österreichische Klimaschutzpreis in diesem Jahr von Siemens Österreich, von der Österreichischen Hagelversicherung, von Capatect Baustoffindustrie GmbH (Klimaschutzpreisträger 2014 für das Projekt „Wachsende Wärmedämmung für Fassaden aus österreichischem Hanf"), von der VBV Vorsorgekasse (Klimaschutzpreisträger 2016 in der Kategorie „Betriebe“) sowie vom News-Verlag.
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